Saturday, September 5, 2009

HATEMALO hilft Kindern und Familien in Nepal

Pressemitteilung vom 05. September 2009:
Link zur Pressemitteilung


www.hatemalo.de -
"Hand in Hand fuer Nepal e.V."


Zitat HATEMALO: "Ziel ist es, benachteiligten Kindern und Familien in Nepal den Weg in eine eigenständige Existenz zu ermöglichen. Dabei geht es nicht nur darum, ihre unmittelbare Not zu lindern, sondern dazu beizutragen, dass sie gebildete, sozial starke Persönlichkeiten werden. Nur so können sie auch in ihrer Gesellschaft etwas bewegen."


"Hatemalo ist Nepali und bedeutet 'Hand in Hand'. Wir haben Hände als Symbol gewählt, weil wir den Drang haben, etwas zu tun und nicht nur zu reden und dies gemeinsam mit den Nepalis – Hand in Hand statt Hilfe 'von oben' " (Zitat HATEMALO).


www.hatemalo.de
"Hand in Hand fuer Kinder in Nepal!"


Spendenkonto: 2001541016
Volksbank Bonn Rhein Sieg
BLZ: 38060186




Reportage ueber Zirkuskinder vom 22. August 2009 (Nuernberger Nachrichten):
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1073721&kat=3&man=3

Friday, September 4, 2009

Projektbericht von Lena Cramer aus Bhairahawa



Versucht man die zehn aermsten Laender der Welt aufzuzaehlen, denkt man sicher an Ethiopien und Mali und bei dem Wort Nepal geraet man sicher etwas in ueberlegtes Zoegern, ist Deutschlands Bild von Nepal doch von wunderbaren Wanderrouten und romantischem Bergpanorama und nicht von bettelnden Strassenkindern gepraegt.

Tatsaechlich hat Nepal, wie nur wenige Orte, in Deutschlands Ohren einen mysthischen und verwunschenen Nachklang, doch wohl nur die wenigsten haben realistische Vorstellungen vom kleinen Land am anderen Ende der Weltkarte.

Obwohl, oder gerade weil, der Buergerkrieg erst vor 3 Jahren beendet wurde und im Fruehjahr 2008 das Land zum ersten Mal zu einer Demokratie gewaehlt wurde, ist Nepal immer noch auf der Suche nach einer festen politischen Richtung und stabilen Verhaeltnissen (siehe z.B.: www.nayanepal2008.blogspot.com).

Wie immer sind es die sozial Schwachen und Gefaehrdeten, die unter den fehlenden Sozialstrukturen und Sozialbewusstsein einer Regierung in der Umbruchsphase leiden.

Auch fuer mich war Nepal eine vage Vermutung und um das Geheimnis zu lueften und Nepals Menschen und ungeschminkte Realitaet naeher zu kommen, verbrachte ich zwei Monate im Sommer 2009 als freiwillige Mitarbeiterin des Esther-Benjamin-Trust in Nepal.

Der Esther-Benjamin-Trust ist eine im UK basierende Nicht-Regierungsorganisation (NRO) und nun schon seit zehn Jahren in Nepal in verschiedenen sozialen Projekten sehr erfolgreich aktiv, wobei die junge deutsche Schwesterorganisation Hatemalo - Hand in Hand fuer Nepal e.V. - www.hatemalo.de - von Deutschland aus nachhaltige Unterstuetzung fuer benachteiligte Kinder und Familien anbietet.



Eines der Anliegen von Hand in Hand fuer Nepal ist es, nepalesische Maedchen und junge Frauen aus der Zwangsarbeit zu befreien. So stammen die Maedchen aus armen Verhaeltnissen, so dass es Mittelsmaennern gelingt, diese unter falschen Versprechungen den Famillien “abzukaufen” und unter widrigen und oft lebensbedrohlichen Umstaenden zum Beispiel in Indiens Zirkussen festzuhalten.

Die Organisation hat heute zwei Fluechtlingszentren, eines in Nepals Hauptstadt Kathmandu und eines in Bhairahawa, einer Kleinstadt im Sueden Nepals an der Grenze zu Indien.

In diesen Haeusern sind im Moment 40 (Kathmandu), bzw. zehn Maedchen und junge Frauen (Bhairahawa) untergebracht, um diese schulisch oder ausbildungstechnisch auf ein selbstaendiges und gestaerktes Leben ausserhalb des Armutskreislaufs vorzubereiten.

Seit zwei Jahren Jahren gibt es ein Ausbildungsprojekt, in dem die jungen Frauen Mosaik-Bilder aus Fliesen herstellen.

Die Fluechtlingszentren beherbergen jedoch auch 60 bzw. 20 benachteiligte Kinder und Jugendliche aus anderen Lebenslagen, als der der befreiten Zirkuskinder.

Die meisten Kinder sind sogenannte Gefaengnis-Kinder, deren Eltern oder verbleibender Elternteil eine Gefaengnisstrafe verbuessen muessen und die Kinder - nach niedrigstem nepalesischem Standard - mit in der Zelle leben muessten.

Hierfuer dienen die Fluechtlingshaeuser, um diesen Kindern ein voruebergehendes Heim, Sicherheit und Schutz zu bieten, mit dem Ziel, die Kinder eines Tages nach Moeglichkeit wieder mit den Eltern zu vereinen.

Neben den Gefaengnis-Kindern werden auch Slumkinder beherbergt, deren Eltern oder verbliebener Elternteil aufgrund der Armut keine adaequate Moeglichkeit haben, sich ausreichend um deren Kinder kuemmern zu koennen.

Aufgrund der wachsenden Armut und der sich schnell ausbreitenden Slumgebiete in Nepals Staedten, ist der Esther-Benjamin-Trust in diesen Tagen dabei, einen innovativen Umgang mit dieser Problematik zu finden.

So wird die NRO z.B. in Zukunft in der stark slumbesiedelten Stadt Butwal, bereits vor Ort vorhandene Bestrebungen der nachhaltigen Armutsbekaempfung unterstuetzen.Dies geschieht z. B. in Form eines Klassenraumausbaus und der Bereitstellung von Lehrmaterial in einer freiwilligen und kostenfreien Slumschule und dem Plan fuer ein Tageszentrum, um die Kinder dauerhaft von den Strassen zu holen, ihnen Schutz und gesunde Mahlzeiten anbieten zu koennen.

Nepal mag auf eine Vergangenheit voller Schwierigkeiten zurueckblicken, doch das tatkraeftige Bestreben von Organisationen wie dem Esther-Benjamin-Trust und der deutschen Unterstuetzung durch Hatemalo - Hand in Hand fuer Nepal e.V., laesst meinen Blick in die Zukunft mit Hoffnung fuellen. Kathmandu, 09. Juli 2009

Thursday, September 3, 2009

(M)ein Tag in Bhairahawa

Artikel in der NEPALI TIMES vom Freitag, 25. September 2009: http://www.nepalitimes.com.np/issue/2009/09/24/Business/16352


Obowhl ich im gegenüber liegenden Haus der Kinder separat mein Zimmer habe, sind morgens um sechs Uhr 19 tagbeginnende Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren nicht zu überhören!

Die Kinder trinken als Starter in den Tag Chia, den landesüblichen wunderbar süssen und gewürzten Milchtee, um gestärkt den darauf folgenden einstündigen Lernzirkel zu beginnen, der von den beiden nepalesischen Jugendarbeitern gehalten wird.

Da dies in nepalesischer Sprache geschieht, bereite ich in dieser Zeit meinen Englischunterricht für die “Zirkussmädchen” und Taubstummen aus dem Mosaik-Workshop vor, der morgens noch vor deren Arbeitsbeginn um 10 Uhr stattfindet.

Hierfür radle ich unsere staubig-ungeteerte und von Schlaglöchern durchzogene Strasse entlang, vorbei an grasenden Wasserbüffeln, den arbeitsbeginnenden Rickshaw-Fahrern und dem kleinen Kioskladen mit der herzlichen Familie, zu dem Workshop mit dem einfachen Namen “Blue House”.


Hier wird mir das Tor auch schon wie von selbst von einem immerzu schelmisch grinsenden Wachmann und einem begrüssenden “Namaste” geöffnet. Die Mädchen leben hier im Erdgeschoss mit einigen der taubstummen Mädchen in einfachen, doch sauberen und “heimeligen” Verhältinssen zusammen. Abwechselnd wird nach landesüblicher Art gekocht, was täglich Reis, Linsen und Gemüse bedeutet (Dhal Baat).

Im Obergeschoss des “Blue Houses” befindet sich der Workshop, in dem die Mosaik-Bilder aus bunten Fliesen hergestellt werden.

Hier treffen wir uns auch für den Englischunterricht, der definitiv eine Herausforderung darstellt, haben die “Schüler” doch unterschiedliche Vorkenntnisse - und wie unterrichtet man Englisch für Taubstumme?

Zum Glück spricht eines der Mädchen recht gut Englisch und auch Zeichensprache, dass sie in den Unterricht als Dolmetscherin mit eingebunden wird. Ziel ist es, die Mädchen kommunikationsstark und selbstbewusst zu machen und das Lachen kommt hierbei nie zu kurz…


Frühstück, oder wie die Nepalesen sagen, lunch, habe ich zusammen mit den beiden Hausmüttern und den beiden Jugendarbeitern im “White House”, dem Haus für die Kinder. Wie auch im “Blue House” gibt es schon morgens eine warme Mahlzeit, Dhal Baat, Reis mit Linsensuppe und Gemüse, bestehend aus Kartoffeln, grünem Gemüse und jeder Menge Gewürze.

Die meiste Zeit meines Aufenthaltes in Bhairahawa ist wärend der Schulferien, so dass ich einen täglichen Tagesplan für die Kinder erstelle.

So sind dann morgens nach dem Frühstück bis Mittags diverse Kunst- und Spiel-Aktivitäten angesetzt. In dieser Zeit knüpfen wir Freundschaftsbänder, sammeln Blumen und dekorieren und malen Portraitbilder der Kinder, verschönern künstlerisch den eher etwas grauen und tristen Aufenthaltsraum, bemalen T-shirts, Steine und den Hof.


Wir gehen zusammen zum Markt und kaufen frische Früchte ein, ein anderes Mal legen wir einen Beauty-Tag ein und das nächste Mal verschönern wir uns traditionell mit Henna, wobei die Jungs die Gelegenheit ergreifen, sich Tatoos auf den Rücken zu malen.