Obowhl ich im gegenüber liegenden Haus der Kinder separat mein Zimmer habe, sind morgens um sechs Uhr 19 tagbeginnende Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren nicht zu überhören!
Die Kinder trinken als Starter in den Tag Chia, den landesüblichen wunderbar süssen und gewürzten Milchtee, um gestärkt den darauf folgenden einstündigen Lernzirkel zu beginnen, der von den beiden nepalesischen Jugendarbeitern gehalten wird.
Da dies in nepalesischer Sprache geschieht, bereite ich in dieser Zeit meinen Englischunterricht für die “Zirkussmädchen” und Taubstummen aus dem Mosaik-Workshop vor, der morgens noch vor deren Arbeitsbeginn um 10 Uhr stattfindet.
Hierfür radle ich unsere staubig-ungeteerte und von Schlaglöchern durchzogene Strasse entlang, vorbei an grasenden Wasserbüffeln, den arbeitsbeginnenden Rickshaw-Fahrern und dem kleinen Kioskladen mit der herzlichen Familie, zu dem Workshop mit dem einfachen Namen “Blue House”.
Hier wird mir das Tor auch schon wie von selbst von einem immerzu schelmisch grinsenden Wachmann und einem begrüssenden “Namaste” geöffnet. Die Mädchen leben hier im Erdgeschoss mit einigen der taubstummen Mädchen in einfachen, doch sauberen und “heimeligen” Verhältinssen zusammen. Abwechselnd wird nach landesüblicher Art gekocht, was täglich Reis, Linsen und Gemüse bedeutet (Dhal Baat).
Im Obergeschoss des “Blue Houses” befindet sich der Workshop, in dem die Mosaik-Bilder aus bunten Fliesen hergestellt werden.
Hier treffen wir uns auch für den Englischunterricht, der definitiv eine Herausforderung darstellt, haben die “Schüler” doch unterschiedliche Vorkenntnisse - und wie unterrichtet man Englisch für Taubstumme?
Zum Glück spricht eines der Mädchen recht gut Englisch und auch Zeichensprache, dass sie in den Unterricht als Dolmetscherin mit eingebunden wird. Ziel ist es, die Mädchen kommunikationsstark und selbstbewusst zu machen und das Lachen kommt hierbei nie zu kurz…
Frühstück, oder wie die Nepalesen sagen, lunch, habe ich zusammen mit den beiden Hausmüttern und den beiden Jugendarbeitern im “White House”, dem Haus für die Kinder. Wie auch im “Blue House” gibt es schon morgens eine warme Mahlzeit, Dhal Baat, Reis mit Linsensuppe und Gemüse, bestehend aus Kartoffeln, grünem Gemüse und jeder Menge Gewürze.
Die meiste Zeit meines Aufenthaltes in Bhairahawa ist wärend der Schulferien, so dass ich einen täglichen Tagesplan für die Kinder erstelle.
So sind dann morgens nach dem Frühstück bis Mittags diverse Kunst- und Spiel-Aktivitäten angesetzt. In dieser Zeit knüpfen wir Freundschaftsbänder, sammeln Blumen und dekorieren und malen Portraitbilder der Kinder, verschönern künstlerisch den eher etwas grauen und tristen Aufenthaltsraum, bemalen T-shirts, Steine und den Hof.
Wir gehen zusammen zum Markt und kaufen frische Früchte ein, ein anderes Mal legen wir einen Beauty-Tag ein und das nächste Mal verschönern wir uns traditionell mit Henna, wobei die Jungs die Gelegenheit ergreifen, sich Tatoos auf den Rücken zu malen.
All text & pictures Copyright 2009 LENA CRAMER
ReplyDeleteNEPALI TIMES vom 25. September 2009: http://www.nepalitimes.com.np/issue/2009/09/24/Business/16352
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